Die Herausforderung für die Filmemacher umfasste auch die Wahl der richtigen Location. Sollte man in einer echten Highschool drehen, mit Schülern, die Unterricht haben oder auf einem Schrottplatz, der in Betrieb ist? „Auch wenn die Story immer noch in Albuquerque, New Mexico, angesiedelt ist, beschloss Kenny, in Utah zu drehen, wo ‚High School Musical 1 und 2 entstanden“, erzählt Ko-Produzent Don Schain. „Er hatte sehr gute Erinnerungen an die Umgebung, die Crew und die talentierten Tänzer in Utah.“
Also wählten die Filmemacher für den dritten Teil Salt Lake City und die echte East High School als Haupt-Locations für den Film. „‚High School Musical’ gehört einfach nach Salt Lake City“, findet Efron. „Genau in dieser Schulhalle haben wir ‚We’re All In This Together’ aufgenommen. Es ist gut, nach Hause zu kommen und auf dem gleichen Boden zu tanzen.“ „Das ist unser Zuhause“, stimmt Hudgens zu. „Ich gehe durch diese Flure und fühle, der ganze Platz ist voll guter Erinnerungen.“
Die Zuschauer werden die Montez-Residenz und das Bolton-Haus wiedererkennen. Die Produktion machte außerdem aus einem echten Schrottplatz eine fantasievolle Tanz-Arena. Weitere Locations waren die International Peace Gardens in Salt Lake City und der Sanford University Campus in Palo Alto in Kalifornien. Zwei Tage lang wurde auf einer Bühne gedreht. 15 Tage lang dauerten die Dreharbeiten an der East High School während der Schulzeit vor den Sommerferien. Location-Manager Carole Fontana und ihr Team fungierten als Bindeglied zwischen Schule und Produktion. „Wir waren uns der Tatsache sehr bewusst, dass Filmemachen nicht das oberste Anliegen der Schule ist“, sagt Fontana.
East-High-Direktor Paul Sagers begrüßte die Gelegenheit für seine Schüler, eine echte Filmproduktion mitzuerleben. „Die Crew bezog uns ein, wo immer es möglich war. Wenn sie beispielsweise Instrumente für die Band brauchte oder Basketball-Spieler, hat sie immer zunächst bei uns angefragt. Ungefähr 800 der ca. 2000 Komparsen in der Sporthallen-Szene sind unsere Schüler und Lehrer.“ „Wenn die Kinder neugierig waren, haben wir sie einen Blick auf unsere Arbeit werfen lassen, um ihnen das Gefühl zu geben, dass der Film ihnen gehört“, erzählt Production-Designer Mark Hofeling. East High School ist inzwischen die zweitwichtigste Touristenattraktion in Salt Lake City geworden. „Familien besuchen den Mormonentempel und dann die East High“, lacht Utahs Filmbeauftragter Marshall Moore.
Aber eine große Filmproduktion in einer echten Highschool zu drehen warf auch einige Probleme auf. „Als ich das Drehbuch zum ersten Mal las, fühlte ich mich davon etwas überfahren. Diese Angst wuchs noch nach meinem ersten Treffen mit Kenny – mehr ist mehr für ihn. Er will Jugendliche wieder hinführen zu der großenTradition des Musical-Films und Musical Theaters“, fährt Hofeling fort. „Wir waren uns alle einig: Wenn Kinder etwas über die klassische Hollywood- und Broadway- Periode erfahren, warum sollte man ihnen nicht auch etwas vom schauspielerischen Können dieser Zeit nahebringen?“ Laut Hofeling greift der ambitionierte Film vierBroadway-Musicals auf. „Eins wäre schon eine Herausforderung, vor allem seit wir Broadway-Standards in ein Highschooltheater verpflanzen. Von der Highschool Cafeteria ganz zu schweigen!“
„Das Tolle an einem Spielfilm ist, dass wir unserer Fantasie freien Lauf lassen können“, sagt Borden. „Mark Hofeling hat für uns ein paar magische Sets geschaffen - die fliegen und über die Bühne rollen. Wir haben echte Theater-Magie, das bringt eine ganz neue Dimension in den Film.“ Ortega fügt hinzu: „Damit schaffen wir eine erhöhte Highschool-Realität im Film. Wir stehen irgendwo zwischen Schule und Broadway.“ Der erfahrene Theater-Lichtdesigner Patrick Woodroffe, der schon mit den Rolling Stones, Elton John, Cirque du Soleil und dem Los Angeles Philharmonic Orchestra arbeitete, schuf das Licht für alle Nummern im Theater und für „I Want It All“, das in der Cafeteria spielt.
Die vielen verschiedenen Sets inspirierten die Filmemacher, ihre Kreativität spielen zu lassen. „Für die Nummer in der Cafeteria war das Einsatzzeichen, das Kenny uns gab, Busby Berkeley, ein großer Regisseur und Choreograf der 30er Jahre, der diese epischen Schwarzweiß-Musicals inszenierte“, erzählt Hofeling. „Es ist der Glitzer und Glamour von Sharpays eingebildetem New-York Erlebnis – dieses Girl aus Albuquerque, das von Ruhm und Reichtum träumt. Wir haben alle Farben, auch das charakteristische Rot, aus der Cafeteria entfernt“, fährt Hofeling fort. „Dieser vertraute Raum wird selbst zum Geist – es geht um ein Girl, das die ganz große Nummer will, in einer kleinen Highschool gefangen ist und raus will.“
Das Set von „I Want It All“, die Show in der Cafeteria, ist mit einer Speisekarte ausgestattet, mit pinkfarbenen Neonlichtern und hydraulischen runden Drehtischen für die Tänzer. Die Cafeteria verwandelt sich in eine Theaterversion vom Times Square mit Leuchttafeln von alten Broadway Theaternamen. Es war ein enormer Aufbau, aber die Crew hatte nur 5 Tage, um die Cafeteria von ihrem normalen Rot und Weiß in eine fantastische Bühne zu verwandeln – und 3 Tage, um das wieder rückgängig zu machen.
Viele Szenen wurden auf der Theaterbühne der East High gedreht, darunter einige Musical-Sequenzen. Laut Hofeling wurde die Bühne um einige Meter in den Orchestergraben erweitert, eine Vorbühne wurde hinzugefügt und wundervolle neue Vorhänge im kräftigen Wildcat-Rot wurden angebracht.
Für den Walzer auf dem Dach zu „Can I Have This Dance“ musste die Crew ungefähr 40 Kranladungen Material aufs Dach des vierstöckigen Gebäudes schaffen, Oberlichter, Pflanzen, technisches Equipment. „Diese Dach-Sequenz hat etwas Einmaliges, Traumhaftes“, sagt Hofeling. „Aber Kenny sagte, sie würden über das gesamte Dach Walzer tanzen, das heißt, wir mussten beinahe einen ganzen Häuserblock zur Gartenoase machen. Es war ein unglaublicher Ausblick, mit den Bergen rundum – das Tal konnte nicht grüner sein als unser Dach.“
Das Schrottplatz-Set für „The Boys Are Back“ war eine ähnliche Herausforderung. Ortega: „Mark Hofeling und sein Artdirector Wing Lee haben einen fantastischen Job gemacht. Wir waren auf einem echten Schrottplatz für alte Autoteile, aber was sie daraus gemacht haben, hatte nicht die geringste Ähnlichkeit damit. Sie haben ein Schrottplatz-Theater erschaffen.“ Außer Gebrauchtwagen gibt es auf dem Platz Gänge aus Schrott, zerbrochenes Glas, Neonröhren und Gerüste. „Toll, an einem solchen Set zu arbeiten, er war wie ein Riesenspielplatz für uns“, sagt Choreografin Bonnie Story. „Im Studio kannst du alles proben, auch verschiedene Aspekte visualisieren, aber wenn du die Choreografie in diesen Raum bringst, wird sie lebendig. Auch die Kostüm-Designer spielten mit, sie ließen die Tänzer aussehen, als seien sie Teile von Autos.“
Die Filmemacher arbeiteten bei ihren Planungen mit Matchbox-Autos. „Das ganze erfordert viel mehr technischen Aufwand, als nur ein Auto hier und da zu platzieren“, erzählt Hofeling. „Du musst das Tempo der Musik berücksichtigen, die Choreografie der Tänze und die Geografie des Ortes.“
Auch der Fußballplatz, wo die Graduation-Szene spielt, erforderte einige logistische Überlegungen. „Das Gras war fast abgestorben“, sagt Hofeling. „Wir machten einen enormen 24-Stunden-7-Tage-die-Woche-Aufstand – düngen, wässern –, um diesen Rasen bis Drehbeginn wieder flottzubekommen.“ Die letzte Einstellung für die „Scream“-Sequenz und die letzte Einstellung des Films zeigen Efron in einem rotierenden Korridor, der genauso aufgebaut ist wie die Flure der East High. „Das Publikum soll Troys Konfusion spüren, soll fühlen, dass diese Welt ihn verrät“, erklärt Hofeling.