Von Beginn an hatten die Produzenten das Ziel, einerseits möglichst tief in die Thematik einzusteigen, andererseits aber auch den Zuschauer emotional an die Geschichte zu binden. „Unser Anliegen ist, ein schwieriges Thema aus einer Nische herauszuholen, in der es normalerweise nur ein kleines Publikum hat. Und das geht nur, wenn es gelingt den Film auch als Erzählung zu sehen, ohne den moralischen, sozialen und politischen Gehalt der Geschichte zu schmälern“, sagt Andreas Bareiss.
Um dieses Gleichgewicht zu erreichen ging man ungewöhnliche Wege. „Eine ganz maßgebliche Entscheidung hierbei war es, Luigi Falorni für die Regie zu verpflichten. „Dass wir einen Dokumentarfilmregisseur für diesen Spielfilm ausgesucht haben, daran kann man schon den filmischen und inhaltlichen Ansatz erkennen“, erklärt Sven Burgemeister. Die Idee war von Anfang an, mit Laien, mit Eritreern zu arbeiten und in deren Landessprache, Tigrinya zu drehen“, so Andreas Bareiss.
Der in Italien geborene und aufgewachsene Falorni hat bereits mit dem Dokumentarfilm DIE GESCHICHTE VOM WEINENDEN KAMEL (2003), den er zusammen mit der Co- Regisseurin Byambasuren Davaa umsetzte, gezeigt, dass er einen sehr einfühlsamen und intensiven Blick für andere Kulturen und darin verwurzelte Geschichten hat. Andreas Bareiss und Sven Burgemeister setzten sich mit Luigi Falorni zusammen und baten ihn einmal aufzuschreiben, wie er sich den Film vorstellt: „Als wir es gelesen hatten, waren wir beide der Meinung, Luigi soll auf jeden Fall das Drehbuch schreiben. Es wurde schnell klar, dass Luigi das richtige Gefühl für den Stoff hatte“, erzählt Sven Burgemeister.
Auch für den Regisseur bedeutete dies zunächst einmal zu recherchieren, Fragen zu stellen und Informationen zu sammeln. „Eines war für mich klar: Ich wollte nicht den ‚Film zum Buch’ machen. Es ging darum, Senait Meharis Geschichte als Inspiration zu verstehen, sie als eine universelle Geschichte um ein Mädchen im Krieg zu erzählen“, sagt Luigi Falorni.