Donnerstag | 31. Mai 2012 | 20:51 Uhr
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    Drama, Biografie | Deutschland 2008
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      • | Produktion: Hindernissen

      • Mit dem wunderbaren Cast und dem Team vor Ort konnte der Dreh wie geplant beginnen. Doch auch jetzt stellten sich die Dreharbeiten zu FEUERHERZ als echtes Abenteuer heraus. „Wir haben in Afrika gedreht und da war mir schon klar, dass nicht alles hundertprozentig laufen wird. Wir hatten umgekippte LKWs, eingestürzte Brücken, Regen, wo eigentlich keiner sein sollte, Flüsse, die unpassierbar waren etc. Die Kenianer in unserem Team kannten das und blieben gelassen. Ich komme aus Italien undkann mit Chaos umgehen, aber für das deutsche Team war es hart. Doch sie haben es alle wunderbar gemeistert“, so der Filmemacher.

        Für Kamerafrau Judith Kaufmann war der Dreh in Kenia eine einzigartige Erfahrung. „Es hat mich sehr gereizt mit einem gemischten Team aus Deutschen und Afrikanern zu arbeiten. Hinzu kam noch, dass der Film in einer mir fremden Sprache gedreht wurde und die Darsteller allesamt Laien waren. Ich habe noch nie so lange im Ausland gedreht und dieFarben in Afrika sind einfach ein Geschenk für jeden Kameramann.“Natürlich war dabei die Arbeit mit den Laiendarstellern, die noch dazu Kinder und Jugendliche waren und das Drehen auf Tigrinya eine wirkliche Herausforderung. „Die Kamera und auch der Zuschauer sollen die Geschehnisse durch die Augen der Hauptcharaktere wahrnehmen. Dabei war es das Ziel, die einfachen und prägnanten Bilderaus der Welt der Kinder zu erzählen und sie als Kontrast zu der Härte der Geschichte zu benutzen“, so Regisseur Falorni.

        Das Team um den Regisseur wurde dabei absichtlich so klein wie möglich gehalten. „Wir wollten ein eher kleines Team haben, denn so war die Chance größer, die spontanen Reaktionen der Kinderschauspieler einzufangen“, so der Filmemacher. Die Arbeit mit Kindern macht es immer schwerer, den Drehplan einzuhalten, aber wenn diese Kinder dann auch noch Laiendarsteller sind und keinerlei Erfahrung mit der Schauspielerei haben, wird dies schier unmöglich. „Man muss dann drehen, wenn die richtige Energie und Konzentration da ist. Das ist bei Kindern nicht auf Knopfdruck vorhanden. Man muss sie genau beobachten und abwarten, bis sie wirklich bereit sind“, erzählt Falorni seine Vorgehensweise. Dies bedeutete eine sehr flexible Arbeit im Umgang mit der Kamera. „Für die Kamera ist ein Dreh mit Kindern nie leicht, weil man ja auf deren Augenhöhe filmen muss. Sprich, wir mussten Aufhängungen für die Kamera bauen. Gleichzeitig mussten wir aber klein und flexibel arbeiten, denn wir mussten uns zwischen den Kindern bewegen. Man muss immer aufpassen, dass man die Momente nicht verpasst, in denen etwas passiert und die Kinder voll da sind“, so Judith Kaufmann zu ihrer Arbeit.

        Regisseur Luigi Falorni ist dann auch voll des Lobes: „Judith und ihr Team haben unter harten Bedingungen gearbeitet: Hitze, Enge, zeitlicher Druck. Man ist eben nicht im Studio, wo alles möglich ist. Trotzdem hatte ich nie das Gefühl, das etwas fehlt. Ich habe so viel von ihr gelernt und kann nur enorm dankbar sein.“ FEUERHERZ wurde in der eritreischen Landessprache Tigrinya gedreht, was am Set einen ziemlichen Sprachmix zur Folge hatte. Dazu Regisseur Falorni: „Man kommt sehr schnell in den Rhythmus einer Sprache. Ich kenne das vonfrüheren Filmen, wie etwas DIE GESCHICHTE VOM WEINENDEN KAMEL (2003), wo wir mit Mongolen gedreht haben. Das Bemerkenswerte ist, dass das Nichtverstehen der Sprache die Konzentration auf das Spiel noch erhöht. Man wird dadurch offener für die Gesamtwahrnehmung der Szene. Die unterschiedlichen Sprachen waren also keine wirkliche Hürde, sondern oft sogar förderlich für den kreativen Prozess“, weiß der Regisseur.

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