Donnerstag | 31. Mai 2012 | 20:51 Uhr
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    Drama, Biografie | Deutschland 2008
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      • | Produktion: Die Darsteller

      • Besonders die Arbeit mit seiner kleinen Hauptdarstellerin Letekidan Micael begeisterte den Filmemacher. Die zehnjährige Letekidan lebte bei ihrer Tante in Nairobi. Ihre Mutter ist inzwischen als Flüchtling in Europa und mehrere ihrer Brüder leben noch in Eritrea. Wie viele eritreische Familien, die als Flüchtlinge das Land verlassen haben, hat es auch Letekidans Familie sehr schwer, wieder zueinander zu finden,denn oft fehlen die notwendigen Visa und die finanziellen Mittel.

        Die kenianischen Casting Agenten fanden Letekidan in Nairobi und schickte Videobänder von ihr nach Deutschland, wo Luigi Falorni sie sah und sofort wusste, dass sie seine Hauptdarstellerin sein würde. „Sie war beim ersten Treffen in Nairobi sehr schüchtern und hatte damals eine sehr auffällige Kopf- und Körperhaltung. Sie hat immer von unten nach oben geguckt, den Kopf zwischen den Schultern eingezogen. Das war das erste, was ich ihr gesagt habe: ‚Du sollst Dich nicht schämen. Du musst deinen Kopf aufrecht halten. Und dashat sie gemacht! Wenn man sie jetzt sieht, wie sie durch ihr Leben stolziert und sich vornichts fürchtet. Es war das größte Glück für diesen Film, dass wir sie gefunden haben. Siehat eine einzigartige Ausstrahlung und ich glaube, dass sie das Kinopublikum mitreißen wird!“, so der begeisterte Regisseur. Und auch Andreas Bareiss hat großen Respekt vor der Leistung der kleinen Hauptdarstellerin: „Sie hat das ganze Team begeistert. Ein ganz unglaublicher Mensch diese kleine Dame“.

        Nach Drehschluss wartete eine große Überraschung auf Letekidan, die eigentlich damit rechnete, zurück nach Nairobi und zur Schule zu gehen. Die Produktionsfirma half ein wenig nach und so gelang es, das kleine Mädchen zu ihrer Mutter nach Europa zu bringen, wo sie inzwischen mit ihr zusammen lebt und politisches Asyl beantragt hat. Dies geschah nicht zuletzt auch, weil man um die Sicherheit von Letekidan und ihrer Familie besorgt war. Generell war es für die Produzenten und den Regisseur eine intensive Erfahrung mit ihren afrikanischen Darstellern zu arbeiten.

        So erzählt Andreas Bareiss: “Jeder unserer Darsteller hat eine eigene Geschichte, die ganz unmittelbar mit den Ereignissen und der Zeit, die unser Film erzählt, zu tun hat. Ich kann mich nur auf die Gespräche in den Flüchtlingslagern berufen. Die Menschen sind froh, dass so ein Film entstanden ist, weil sie sicher waren, dass die Welt erfahren sollte, wie es gewesen ist. Diese Leute haben kein Sprachrohr, so etwas wie Pressefreiheit existiert in Eritrea gar nicht. Es gibt nur die offizielle Version der Ereignisse und unser Film zeigt eine andere Sichtweise darauf.“

        Die Produzenten hoffen, dass man den Film auch in den Flüchtlingslagern in Kenia zeigen dürfen wird. Nicht zuletzt, um den Menschen dort Mut zu machen, ihre eigenen Geschichten zu erzählen. „Ich bin überzeugt davon, dass man Menschen Anerkennung und Selbstbewusstsein vermitteln kann, indem man sich für ihre Geschichte interessiert“, so Sven Burgemeister. Und Luigi Falorni schließt sich dieser Sichtweise an: „Ich hoffe, dass der Film für Eritrea etwas bewirkt, aber das liegt nicht in meiner Hand. Vielleicht kann der Film denjenigen eine Stimme geben, die sich sonst nicht trauen dürfen, ihre Meinung zu sagen.“.

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