Regisseurin Sabine Derflinger hat sich 2001 mit ihrem Spielfilmerstling „Vollgas“ in die erste Riege der heimischen Regiehoffnungen katapultiert. Mit zahlreichen Kurz- und Dokumentarfilmen hatte sie schon zuvor ihre große Vielseitigkeit unter Beweis gestellt und zeitgleich mit „42plus“ hat sie für die 3sat-Dokumentarfilmreihe „Fremde Kinder“ den Beitrag „In den Straßen von Delhi“ fertiggestellt.
Bei „42plus“ hat Sabine Derflinger ebenso wie schon für „Vollgas“ nicht nur Regie geführt, sondern auch das Drehbuch selbst geschrieben. Als Ko-Autor konnte sie den legendären Gründer der Drehbuchklasse an der Dänischen Filmhochschule Mogens Rukov gewinnen, der als Autor und Script-Consultant für etliche Regisseure der Dogma-Gruppe tätig war, u.a. bei Filmen von Lars von Trier („The Idiots“) und Thomas Vinterberg („Festen“).
Beim Schreiben des Buches haben sich Derflinger und Rukov an Filme wie Roberto Rosselinis „Viaggio in Italia“ erinnert, speziell was das Spannungsfeld zwischen Mensch und Landschaft in „42plus“ betrifft. Die Intensität der Hauptfigur Christine, die von Claudia Michelsen dargestellt wird, ist ähnlich wie jene in Filmen wie „Romance““, „Baise-moi“ oder „Intimacy“. Mit Claudia Michelsen und um die „Christine“ herum so hochkarätige Darsteller wie Petra Morzé, Ulrich Tukur und Tobias Moretti hat Derflinger ein kongeniales Ensemble gefunden, das von den Nachwuchsdarstellern Vanessa Krüger (Tochter Sonja) und Jacob Matschenz (Tamaz) perfekt ergänzt wird.
Besonderes Augenmerk legte die Regisseurin auf die Musik und holte sich dafür einen Profi, der schon in den 80er Jahren mit Hits wie „Still Remember Yvonne“ und „Slow Down“ österreichische Popgeschichte geschrieben hat: Andy Baum, unter den heimischen Singer-Songwritern eine beständige Ausnahmeerscheinung, hat nicht nur mit Größen wie Falco, Danzer, Bäer, Shine, Gillespie oder der Halucination Company gearbeitet, sondern immer auch für Film- und Fernsehen komponiert. Am 16. April 2007 wird Baum zusammen mit Musikerkollege Georg Danzer in der Wiener Stadthalle zu sehen/hören sein, inzwischen beweist er in „42 plus“, wie vielseitig seine musikalische Begabung ist.