Ich habe zwei Filme von Sabine Derflinger gesehen und ich finde dass sie eine tolle Art hat, Schauspieler zu führen. Sie sind alle erstaunlich gut.
Mich hat der Drehort Ischia interessiert, und dann vor allem das Drehbuch, das auf eine sehr sonderbare, flirrende, seltsame Art und Weise die Probleme zweier Ehepaare zeigt, die sich in der Mitte ihres Lebens befinden – und das vor so einem wunderschönen, leichten, himmlischen Hintergrund.
Die Diskrepanz zwischen der Leichtigkeit der Landschaft und der Schwere, dem Müll und der Klebrigkeit großstädtischer Beziehungen, die vor diesem Hintergrund gezeigt wird, ist der ganze Reiz dieses Films.
Liebe, Emotionen, Sehnsucht nach Zusammengehörigkeit und Sicherheit, Verletzungen, die Unmöglichkeit, dass zwei Menschen so zusammenkommen wie sie sich das wünschen…all das sind die Themen von „42plus“. Sabine Derflinger zeigt den verzweifelten Versuch zweier Menschen, wieder zusammen zu finden. Es ist ein seltsames Lebensprinzip, das ich auch bei mir selbst beobachtet habe: Wenn der eine endlich nachgibt, zieht sich der andere zurück. Wie zwei Magnete, die falsch gepolt sind. Wenn der eine will, will der andere nicht.
Die große Aufgabe der Menschen ist, dieses Verhaltensprinzip zu überwinden, und dann einen schönen Sonnenuntergang ihres Lebens zu erleben.