Niels Laupert: Im August des Jahres 2000 fiel mir im Freitagsmagazin der Süddeutschen Zeitung ein Artikel der Journalistin Anuschka Roshani auf. Diese schrieb über zwei polnischen Jungen, die um ein Menschenleben wetteten. Der Artikel war sehr nüchtern geschrieben und die Autorin versuchte nicht, eine Erklärung oder Motivation für die Tat darzulegen. Ich war schockiert von der archaischen Brutalität der zwei jungen Täter und überlegte, ob man die Geschichte verfilmen könnte. Ein Jahr später, im Oktober 2001 kam es endlich zum Treffen mit der Autorin. Das Treffen erwies sich als überaus lohnend. Ich erhielt Abschriften der Interviews mit Tätern, Familienangehörigen, Staatsanwalt, Psychologen und zahlreiches weiteres Material. Zwischen den Dreharbeiten im Jahr 2005 und 2006 war es mir dann auch erstmals möglich mit den Tätern im Gefängnis, in Kontakt zu treten. Dabei sind weitere dokumentarische Aufnahmen und Interviews entstanden.