Über vier Jahrzehnte wurde die Wahrheit über das Massaker von Katyn verschwiegen. Mehr als 22.000 polnische Offiziere, Polizisten und Intellektuelle waren 1940 in dem von Josef Stalin befohlenen Massaker durch den sowjetischen Geheimdienst und die Rote Armee hingerichtet und in Massengräbern verscharrt worden. Anschließend wurde das Verbrechen von der russischen Propaganda den Deutschen angelastet und die Wahrheit brutal unterdrückt. Heute gelten die Gräueltaten und die damit verbundene Lüge als „eine der großen politischen Intrigen des 20.Jahrhunderts“ (Franz Kadell).
Der polnische Regisseur Andrzej Wajda, dessen Vater zu den Opfern zählte, nahm sich jetzt dieses lange tabuisierten Themas an. Das Ergebnis ist ein erschütternder und meisterlicher Film: Wajda inszenierte die Geschichte um die entsetzliche Tragödie als bewegendes Drama, vorrangig aus der Perspektive der Hinterbliebenen, die vergeblich auf Informationen zum Schicksal der vermissten Männer, Söhne und Väter warteten.
KATYN wurde 2008 als Bester fremdsprachiger Film für den Oscar® nominiert und im gleichen Jahr auf der Berlinale aufgeführt. Über 3,7 Millionen Menschen haben den Film, der das jahrzehntelange Schweigen bricht, bisher in Polen gesehen. Rechtzeitig zum 70. Jahrestag des Überfalls auf Polen am 1. September kommt der Film hierzulande in die Kinos.