„Eine Stadt besteht mehr aus ihren Bewohnern als aus ihren Orten. Das merkt man besonders, wenn man im Ausland ist“, erklärt der Regisseur. So komplex und facettenreich das Porträt von Paris auch ist, das Klapisch vor den Augen des Zuschauers entfaltet, es verharrt nie auf der Oberfläche, im Klischee – weil es immer von konkreten Menschen und ihren Schicksalen erzählt. Selbst wenn er mit der Kamera berühmte Ansichten von Paris einfängt, wie Sacré-Cœur oder den Eiffelturm, ist dieses Bild rückgebunden an eine konkrete Erzählsituation, die das gezeigte Monument unter Umständen in einem überraschend neuen Licht erscheinen lässt. Die unerfüllten Sehnsüchte eines Geschichtsprofessors rücken uns durch die intelligente und sensible Erzählweise Klapischs ebenso nah wie das Schicksal eines erkrankten Tänzers, einer alleinerziehenden Mutter im Dauerstress oder eines Gemüsehändlers auf einem der berühmten Märkte von Paris. Der zärtliche Blick, den Cédric Klapisch auf sie alle richtet, sorgt dafür, dass SO IST PARIS trotz seines kaleidoskopartigen Charakters in jedem Moment berührend bleibt.
Dass Klapischs Figuren wie aus dem prallen Leben gegriffen wirken, verdanken sie einerseits den zahlreichen persönlichen Erinnerungen, die Klapisch und seine Hauptdarsteller mit Paris verbinden, andererseits aber auch der Neugier, mit der der Regisseur sich durch den Pariser Alltag bewegt. Seine Wege durch die Stadt legt er auf seinem Motorroller oder mit der Métro zurück, was ihm reichlich Gelegenheit zum Studium seiner Mitmenschen gibt. „Ich schaue den Leuten ins Gesicht“, erklärt er im Gespräch. „Und ich versuche mir immer vorzustellen, was für ein Leben sie führen.“