FILMDETAILS | Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra
Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra
Drama,
Krimi
| Italien 2008
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| Langinhalt
Im sozialen Brennpunkt Scampìa liefern sich die Clans Scissionisti di Secondigliano und Clan Di Lauro eine Fehde. In diesem Umfeld wächst der dreizehnjährige TOTÒ (Salvatore Abruzzese) auf. Da sein Vater im Gefängnis sitzt, wird der Lebensunterhalt von Totò und seiner Mutter durch die Scissionisti finanziert. Doch Totò entscheidet sich, für den Clan Di Lauro zu arbeiten. und gerät so zwischen die Fronten des Bandenkriegs.
„Alles, was ich kenne, ist entweder der Tod oder das Gefängnis. Aber ich möchte ein Pate werden, möchte Einkaufszentren besitzen, Boutiquen und Fabriken, ich möchte viele Frauen haben. Ich möchte drei Autos. Ich möchte, dass die Leute mich respektieren, wo ich auch auftauche. Ich möchte Geschäfte auf der ganzen Welt. Und dann will ich sterben. Aber so, wie die wahren Kerle sterben, die, die im Dienste der guten Sachen das Sagen haben. Ich möchte einem Mordanschlag zum Opfer fallen.“ (Totò)
DON CIRO (Gianfelice Imparato) ist „il Sottomarino“ („das U-Boot“), ein Buchhalter der Mafia. Er zahlt den Angehörigen toter oder inhaftierter Mitglieder des Familien-Clans ein Gehalt aus und muss in dieser Funktion von Haus zu Haus durch die Brennpunkte Neapels ziehen. Vergeblich versucht er, den Fängen der Mafia zu entfliehen und seine Bosse davon zu überzeugen, ihm eine andere Aufgabe zu übertragen. Zuletzt traut er sich nicht mehr ohne schusssichere Weste in die Slums. Unsicher, von wem er nun seine Befehle zu empfangen hat, drehen sich seine Gedanken bald nur noch um das eigene Überleben. Während er an einer großen Geldübergabe teilnimmt, kommt es zu einem Massaker.
„Don Ciro ist das einzige ‚U-Boot‛, das ich je kennenlernen konnte. Er arbeitet im historischen Zentrum und verwaltet die Gehälter der vollkommen zerstörten Clans, die langsam wieder versuchen, sich in einer vorteilhaften Phase neu zu organisieren, nicht nur, um zu überleben.“ (Roberto Saviano)
ROBERTO (Carmine Paternoster) hat gerade seine Universitätsausbildung abgeschlossen. FRANCO (Toni Servillo) bietet ihm die einmalige Gelegenheit einer dauerhaften Anstellung bei großartigen Gehaltsaussichten: einen Beruf im Bereich des Giftmüllmanagements. Doch Roberto sieht sich mit Realitäten konfrontiert, die sein Gewissen zutiefst beunruhigen.
„Diejenigen, die vorgeben, das hier sei amoralisch, dass die menschliche Existenz ohne Moral undenkbar ist, die Wirtschaft Grenzen und Regeln haben muss, denen sie gehorcht, die werden nie erfolgreich nach der Macht greifen können, sie haben sich vom Markt besiegen lassen. Ethik, das ist die Bremse der Verlierer, der Schutz der Besiegten, die moralische Rechtfertigung all jener, die nie alles auf eine Karte gesetzt und alles an sich zu raffen wussten.“ (Roberto Saviano)
PASQUALE (Salvatore Cantalupo) ist ein talentierter Schneider, der bei einer kleinen Firma arbeitet, die wiederum die Vertreter der Haute Couture beliefert. Chinesische Wettbewerber geben ihm die Möglichkeit, die Geheimnisse seines Marktes mit ihren Arbeitern zu teilen. Verführt und geehrt durch dieses Angebot nimmt er an und bringt so sein eigenes Leben in große Gefahr.
„Pasquale könnte nie sagen: Ich habe sie gemacht. Das würde ihm niemand glauben. Während der Oscarverleihung hat Scarlett Johansson ein langes weißes Kleid getragen, das in Arsano gemacht worden ist, der Entwurf stammt von Pasquale. Der Gipfel und gleichzeitig der Tiefpunkt seiner Karriere. Millionen von Dollars gegen 600 Euro im Monat.“ (Roberto Saviano)
MARCO UND CIRO (Marco Macor, Ciro Petrone) sind überzeugt, ihr Leben sei buchstäblich Brian de Palmas „Scarface“ entsprungen. Aber innerhalb des Systems haben sie das Ansehen zweier streunender Hunde, deren wagemutige Handlungen die Geschäftsroutine gehörig durcheinanderbringen. Als sie zunächst bei einem Raubüberfall Drogen erbeuten und im Anschluss ein verstecktes Waffenarsenal der Camorra ausheben, bekommen sie es mit den mächtigen Mafiabossen zu tun.
„Im Prinzip unterscheidet sich das Zuschauen im Kino nicht wirklich vom Leben im Gebiet der Camorra und anderswo. Überall haben die cinematografischen Referenzen einen mythologischen Wert, von dem man sich inspirieren lässt. Überall kann man ‚Scarface‛ lieben und sich in ihn und seine Figuren hineinversetzen. Aber nur hier kann man Scarface sein. Das allerdings bis zur letzten Konsequenz.“ (Roberto Saviano)