Die besondere Herausforderung bei der Besetzung der Rollen von Vinz und Samy bestand darin, nicht nur ausgebildete Schauspieler im richtigen Alter mit der richtigen Ausstrahlung zu fi nden, sondern die beiden sollten auch ausgezeichnete Basketball-Spieler sein. „Ansonsten hätten wir da sehr viel tricksen müssen bei den Basketball-Szenen“, erklärt Wolfgang Groos. Er berichtet, dass ungefähr zweihundert Schauspieler mit Basketball-Background gesichtet wurden, und fügt lächelnd hinzu: „Es ist interessant, wer alles in seine Vita schreibt, dass er Basketball spielen kann …“
Umso erleichterter war er, als er schon in einer der ersten Casting-Runden mit Max Kidd auf einen enorm vielversprechenden Kandidaten stieß, der die Rolle des Vinz schließlich bekam. Der Regisseur ist auch im Rückblick sehr zufrieden mit seiner Entdeckung: „Der Max ist als Schauspieler sehr begabt und er hat Regionalliga im Basketball gespielt, was für mich natürlich ein Traum war. Wir haben ja ganz viele Basketballszenen mit ihm gedreht, auch Würfe von der 3er-Linie, die reingehen müssen. Da mussten wir nie mehr als drei Takes drehen.“
Auch für die Rolle des Samy war ein Basketball-Hintergrund wichtig, um überzeugend einen Zweitliga-Spieler erzählen zu können. Allerdings stand für Groos bei Samy eher die Verkörperung eines bestimmten Typs im Vordergrund. In dieser Hinsicht – und auch schauspielerisch - war er von Ralph Kretschmar sofort begeistert. Dessen Basketball-Affi nität kam erleichternd hinzu. Ralph Kretschmar hat zwar nie Regionalliga, wie Max Kidd, aber viel Street Basketball gespielt, so dass er sich dann für den Dreh nur noch ein paar taktische Züge aneignen musste.
Für die Rolle des Ali hingegen gab es durch einen glücklichen Zufall nur ein sehr kurzes Casting. Groos erinnert sich: „Ali ist uns quasi zugefl ogen. Der kam zum Casting für die Rollen von Samy und Vinz, für die er nicht in Frage kam. Allerdings hat unsere Casterin Sabine Schwedhelm schnell geschaltet und ihn stattdessen die Rolle des Ali improvisieren lassen. Danach waren wir uns sofort einig, dass das unser Ali ist. Wir haben dann nur das Buch ein bisschen umgeschrieben, weil er ja Inder ist.“ Die abweichende Nationalität des neuen Ali wurde direkt konstruktiv für den Film verwertet. Der Regisseur lacht: „Also wenn Max nicht Inder wäre, hätte es den Gag nie gegeben.“
Mišel Matičević ist ein so renommierter und talentierter Schauspieler, dass Groos sofort begeistert war, als dieser zusagte: „An Mišel ist neben seinen Qualitäten als Schauspieler toll, dass er die richtige Physis hat. Der ist ein unglaublich sportlicher, drahtiger Typ, und das war für die Rolle Georg ja unheimlich wichtig. Denn wenn der Film uns erzählen will, dass Georg früher 1. Liga hätte spielen können, dann ist es halt schwierig, das mit einem 1,70m großen, schmal gebauten Schauspieler zu machen.“ Umso glücklicher war er, dass der Schauspieler, der sich vor allem durch seine Rollen in vielen Dominik-Graf-Filmen einen Namen gemacht hat, die Rolle in HANGTIME gerne übernahm.
Für die Rolle der Kathi wurde wiederum sehr ausgiebig gecastet, viele Kandidatinnen spielten vor. Auch der Vorschlag, Mirjam Weichselbraun zu besetzen, kam von Sabine Schwedhelm. Groos war zwar zunächst skeptisch, weil Mirjam Weichselbraun als Moderatorin schon so bekannt war, ließ sich dann aber schnell überzeugen: „Ich fand sie genau richtig für die Rolle. Sie gab dieser Figur eine Leichtigkeit, die nie fl apsig war. Das hat sie schon beim Casting wirklich toll hingekriegt.“
Der bekannte und erfahrene Schauspieler Veit Stübner, der in HANGTIME den energiegeladenen und doch herzschwachen Trainer Manni verkörpert, brauchte hingegen nicht mehr vorzuspielen, erzählt der Regisseur: „Als der sagte, er macht das, war er da.“
Eine wichtige Rolle nehmen im Film die Basketball Sequenzen mit dem Verein Phoenix Hagen ein, die - bis auf die Rollen von Vinz, Samy und Manni - durchweg mit den echten Spielern des Vereins besetzt sind. Den Kapitän des Teams, im Film Hans-Hubert alias ‚Ha-Hu’, spielt der echte Kapitän der Hagener Feuervögel, Matthias Grothe. Der Regisseur war ganz beeindruckt von Grothes Erscheinung, als er ihn zum ersten Mal sah: „Wir haben uns bei der Suche nach der richtigen Stadt für den Film in Hagen ein Spiel angeguckt und beim Einlaufen der Spieler dachte ich: ‚Hey, der Hammer! Da läuft ja ‚Ha-Hu’! Dem ist die Rolle ja wie auf den Leib geschrieben.“ Nachdem klar war, dass das Team in Hagen drehen wird, wollte Groos also unbedingt, dass der Zwei-Meter-Mann auch im Film die Rolle des Kapitäns übernimmt. Und als dieser sich zudem auch noch als sehr kameratauglich erwies, war die Rolle besetzt.
Für weitere kleine Sprechrollen und Basketballer, die mehrmals im Bild sind, wurden auch alle anderen Spieler von Phoenix Hagen gecastet und mit Zach Freeman und Dominik Spohr zwei weitere Sport-Profi s ausgesucht, die etwas größere Rollen spielen. Dass letztendlich das gesamte Team von Phoenix Hagen zum Einsatz kommen würde, hat Wolfgang Groos zunächst nicht zu hoff en gewagt - und stattdessen für alle Fälle aufwändig vorgesorgt: „Wir haben ein sehr großes Basketballer-Casting gemacht, so dass wir im Zweifelsfall die ganze Mannschaft und auch die Gegner hätten zusammen stellen können. Das wäre aber natürlich ein viel größerer Aufwand gewesen. Ich bin total happy, dass die ganzen echten Mannschaften jetzt mitspielen. Das sind jetzt wirklich alles die Jungs aus der 2. Liga.“