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    Thriller, Biografie | Frankreich / Italien / Kanada 2008
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      • | Produktionsnotizen

      • Jacques Mesrine, der letzte der großen französischen Gangster, wurde zu Lebzeiten zum Staatsfeind Nr. 1 erklärt. Regelmäßig landete er in Meinungsumfragen ganz oben auf der Liste. Sein spektakulärer Tod, von der Polizei mitten in Paris aus nächster Nähe mit Blei vollgepumpt, setzte seiner Legende ein großes Finale auf. Knapp 30 Jahre nach seinem Ableben im Jahr 1979 ist der Mythos um Jacques Mesrine immer noch lebendig. Jetzt wird sein Leben in einem ambitionierten Filmprojekt erstmals auf die Leinwand gebracht.

        Das Projekt ist gleichzeitig Thriller und Biopic, ein Film prall gefüllt mit Action und Emotion und doch mit einem erklärten Bemühen, immer so nah wie möglich an den Tatsachen zu bleiben. Der Film will Mesrine nicht als Vorbild verherrlichen oder gar einen Superhelden aus ihm machen. Im Gegenteil: Er soll diesen Menschen in seiner ganzen Komplexität zeigen und auch vor den finstersten Aspekten nicht zurückscheuen. Das Ergebnis wird den Menschen offenbaren, der sich hinter der Ikone verbirgt.

        Jacques Mesrines Autobiographie „L’instinct de mort“, die auf deutsch unter dem Titel „Der Todestrieb“ erschien, war das erstes Buch, das ich jemals selbst ausgewählt habe. Ich muss damals zehn oder elf Jahre alt gewesen sein. Es war ein regelrechter Schock für mich und hat mich danach nicht wieder losgelassen. Schon früh träumte ich davon, aus diesem Stoff einen Film zu machen. Als ich mich mit Jean-François Richet und Abdel Raouf Dafri traf, wurde uns schnell klar, dass die Fülle des Materials unmöglich in einem Film untergebracht werden konnte.

        Also konzipierten wir einen zweiteiligen Kinofilm. Jacques Mesrines Leben ist so üppig, dass es unmöglich wäre, ihm in nur zwei Stunden gerecht zu werden. Es ist eine der Stärken unseres Projekts, dass es in zwei Teile unterteilt ist – zwei grundlegend unterschiedliche Filme, die sich gemeinsam aller Akte seines Lebens annehmen. Im ersten Film geht es um einen Mann, der sich selbst erfindet – seine ersten Erfahrungen im Umgang mit Gewalt und der Unterwelt, seine Beziehungen zu Frauen, besonders seine leidenschaftliche Liebesaffäre mit seinem weiblichen Alter ego, Jeanne Schneider, die ihn auf seiner extravaganten und unglaublichen Flucht aus Frankreich nach Kanada begleitet.

        Im zweiten Film zeigen wir eine nunmehr berühmte Persönlichkeit, die ihre eigene Legende kultiviert, seine Schlacht mit dem Strafsystem, seine nicht enden wollenden Provokationen, wenn er sich mit Macht und der Polizei konfrontiert sieht, und sein Streben nach „Idealen“, das schließlich zu seinem Tod führt. EIN EPISCHER DREH Teil eins und zwei wurden unmittelbar hintereinander gedreht. Die 33-wöchigen Dreharbeiten begannen am 7. Mai 2007 und wurden im Januar 2008 abgeschlossen. Die Handlung spielt in Frankreich, Kanada, den Vereinigten Staaten, Spanien, Großbritannien und Algerien – all die Länder, die Mesrine auf seiner aufregenden Lebensreise betreten hat.

        Die Autobiographie, die Jacques Mesrine im Gefängnis kurz vor seinem letzten spektakulären Ausbruch schrieb, erzählt die unglaubliche Geschichte eines verträumten, tagwandelnden Jungen aus gutsituiertem Hause, der, Stück für Stück, das Image eines rebellischen und provokativen Gangster aufbaut. Am faszinierendsten ist die romantische Qualität dieser Figur.

        Während seiner Verwandlung übertrumpft die Realität die Fiktion immer und immer wieder in einem Umfang, dass man sich selbst heute noch die Frage stellt: Wer war der wahre Jacques Mesrine? Ein Junge aus der Oberschicht? Ein Pflichtsoldat während des Algerienkriegs? Ein Frauenheld? Ein Bankräuber? Ein liebender Vater? Ein Ausbruchkünstler? Ein extrem gewalttätiger Mann? Ein geschickter Manipulator der Medien? Mesrine trägt all diese Masken gleichzeitig. Tatsächlich war er so versiert im Verändern seines Aussehens, dass er der Polizei immer einen Schritt voraus war und er auch als „Mann mit den tausend Gesichtern“ bekannt war.

        Um das in unserem Film überzeugend darzustellen, galt es, einen Schauspieler zu finden, der der zu spielenden Figur ebenbürtig sein musste. Als unsere Wahl auf Vincent Cassel fiel, war allen sofort klar, dass wir einen Volltreffer gelandet hatten. Die unvergleichliche Intensität, mit der er sich in eine Rolle stürzt, die Fähigkeit und das Talent, komplexe, ja gar widersprüchliche Emotionen abzurufen, und seine körperliche Gewandtheit waren die Voraussetzung, all die verschiedenen Dimensionen des komplizierten Charakters von Jacques Mesrine darzustellen.

        Und Vincent Cassels Einsatz – er zögerte keine Sekunde, als es galt, für den Part 20 Kilo zuzunehmen – macht es verlockend, jetzt schon zu sagen, dass es eine der großen Leistungen seiner Karriere sein und bleiben wird.

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