Action,
Abenteuer,
Fantasy
| Neuseeland / USA 2002
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| Langinhalt
Das Gleichgewicht der Kräfte in Mittelerde hat sich verlagert:
Die zwei Türme – Barad-dûr, die Festung des Dunklen Herrschers Sauron, und die Hochburg des Zauberers Saruman auf Orthanc – vereinen ihre Macht, um gegen die gesamte Zivilisation in den Krieg zu ziehen und die Bevölkerung Mittelerdes auszuradieren.
„Der Titel ,Die zwei Türme‘ bezieht sich auf den Orthanc-Turm, in dem Saruman lebt, und den Turm Barad-dûr, Saurons Burg: Die beiden verbünden sich“, kommentiert Regisseur/Autor/Produzent Peter Jackson. „In gewisser Weise geht es hier um Völkermord, denn die beiden bösen Mächte beschließen, die Menschenrasse, die ganze Menschheit von der Erde zu vertilgen. Und diesen Plan versuchen sie auszuführen.“
Durch die korrumpierende Kraft des von Sauron geschmiedeten Einen Rings werden die Gefährten getrennt, die sich doch zusammengetan hatten, um ihn zu zerstören. Dieses Ziel hat bereits die Leben des Zauberers Gandalf der Graue (Ian McKellen) und des menschlichen Kriegers Boromir (Sean Bean) gefordert. Nur der Hobbit Frodo Beutlin (Elijah Wood) beweist, dass er der großen Macht des Rings wiederstehen kann – was ihn zum Ringträger prädestiniert.
Frodo, Sam und Gollum in den Bergen von Emyn Muil
Frodo muss sich jetzt allein seinem Schicksal stellen. Nur sein treuer Freund Sam begleitet ihn. Sie wagen sich auf feindliches Gebiet vor und merken nicht, dass sie von einem geheimnisvollen Wesen verfolgt werden, das selbst durch den Ring viel Leid erfahren hat: Gollum.
Gollum war einst ein Hobbit, 500 Jahre lang hat er den Ring in seinem Besitz gehabt – dadurch ist sein Körper mutiert und auch sein Verstand in Mitleidenschaft gezogen worden. Als Frodo und Sam ihren Verfolger entdecken und gefangen nehmen, bietet Gollum ihnen an, sie durch die schroffen Berge von Emyn Muil bis nach Mordor zu führen, wenn sie ihn wieder freilassen. „Als Frodo Gollum kennen lernt, merkt er, wie sehr sich ihr Schicksal ähnelt“, stellt Andy Serkis fest, der Gollum seine Stimme und seine Bewegungen leiht, die dann von WETA Digital am Bildschirm bearbeitet werden. „Frodo spürt, dass es ohne Gollum nicht weitergeht.“
Gollum fügt sich, und sei es nur, um seinem „Kostbarsten“ nahe zu sein und es wieder zu stehlen. Doch Frodo ist Ringträger wie er, und so erzählt Gollum ihm seine Lebensgeschichte: Er war einst ein Hobbit vom Stamm der „Starren“ und hieß Smeagol. Durch ein Gewaltverbrechen kam er in den Besitz des Rings. „Als Frodo ihn dazu bringt, seine Vergangenheit zu beichten, kann Gollum sich auf sein Leben vor dem Ring zurückbesinnen“, erklärt Serkis.
Wenn Frodo Gollum ansieht, glaubt er in einen dunklen Spiegel zu blicken. „Als ob Frodo einen Todkranken erlebt und an sich selbst die ersten Krankheitssymptome beobachtet“, sagt Serkis.
Durch diese Wiedererweckung will Smeagol den Gollum von sich abschütteln, und seine enge Verbundenheit mit Frodo treibt einen Keil zwischen Frodo und Sam. „Als Gollum zu ihnen stößt, ist nichts mehr, wie es einmal war zwischen Frodo und Sam“, fährt Wood fort. „Ihre Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt, denn Frodo konzentriert sich immer stärker auf den Ring und verändert sich im Lauf der Reise durch dessen Einfluss. Auf Sam kommt mehr Verantwortung zu, er muss für Frodo mitdenken, denn der verliert langsam seine Bodenhaftung, seine Reinheit, seine Persönlichkeit.“
„Je länger Frodo den Ring trägt, desto mehr muss er leiden“, sagt Sean Astin, der Frodos treuen Freund Sam Gamdschie darstellt. „Sam hat jedoch vollstes Vertrauen zu Frodo, denn er weiß genau, was der durchmachen muss.“
Das gegenseitige Vertrauen der beiden Hobbits, das Frodo auf seiner bisherigen Reise so sicher geleitet hat, bekommt langsam Risse, als Gollum sie durch die Berge von Emyn Muil und durch die Totensümpfe führt. Ob Gollum tatsächlich willens und in der Lage ist, sie nach Mordor zu bringen, wird ständig wieder in Frage gestellt.
„Als man wirklich das Gefühl bekommt, jetzt könne den kleinen Hobbits auf ihrem Marsch über die weiten Ebenen, Wüsten und Vulkanlandschaften von Mittelerde nichts Schlimmeres mehr passieren, da geht es erst richtig los“, kommentiert Astin.
Aragorn, Legolas und Gimli im Königreich Rohan
Am Anfang von „Der Herr der Ringe – Die zwei Türme“ verfolgen Aragorn (Viggo Mortensen), der Elbenschütze Legolas (Orlando Bloom) und der Zwergenkrieger Gimli (John Rhys-Davies) einen Trupp Uruk-hai. Die Uruks haben die Hobbits Merry (Dominic Monaghan) und Pippin (Billy Boyd) entführt, wobei sie glauben, dass ihnen die Ringträger Frodo und Sam ins Netz gegangen sind. Falls es den Uruks gelingt, Merry und Pippin bei Saruman abzuliefern, wird der Zauberer natürlich sofort merken, dass es sich um die falschen Hobbits handelt – damit wäre ihr Schicksal besiegelt.
Auf der Ebene begegnen die drei Jäger einem Trupp berittener Soldaten aus Rohan. Aragorn erfährt von Eomer (Karl Urban), dass Theoden, der König von Rohan (Bernard Hill), von Saruman verflucht worden ist, denn Theodens engster Ratgeber Schlangenzunge (Brad Dourif) hat den König verraten. „Theoden wird praktisch auf einen Zombie reduziert“, sagt der britische Schauspieler Bernard Hill, der in der Filmtrilogie hier erstmals den König darstellt. „Langsam siecht er unter Sarumans Gift dahin – und Schlangenzunge ist dafür verantwortlich.“
Was noch schlimmer ist: Die Rohan-Soldaten berichten, dass sie die Uruks in der Nacht zuvor massakriert haben, doch Hobbits haben sie nicht bei ihnen gefunden. Hektisch versuchen Aragorn, Legolas und Gimli Merry und Pippin zu finden; dabei geraten sie in einen verwunschenen Wald. Sie sind wie vor den Kopf geschlagen, als sie entdecken, dass der Zauberer Gandalf lebt – nicht in Grau gekleidet wie bei seinem Duell mit Balrog, sondern in eine strahlend-weiße Robe. „Gandalf ist unsterblich“, erklärt Ian McKellen, dem seine charismatische Darstellung in „Der Herr der Ringe – Die Gefährten“ eine Oscar-Nominierung einbrachte. „Als er wieder auftaucht, hat er sich jedoch verändert – aus Gandalf dem Grauen ist Gandalf der Weiße geworden. Aus dem Buch geht deutlich hervor, dass er mit neuer Vitalität antritt. Er hat jetzt ein klares Ziel vor Augen, ist wie ein Samurai voll auf seine Aufgabe konzentriert. Und die besteht darin, den Gefährten die Führungsposition zu sichern.“
Gandalf ist jetzt noch mächtiger und weiser. Er befiehlt Aragorn, alles zu tun, um die gesamte Menschheit vereint gegen Sauron und Saruman zu mobilisieren, um Frodo Zeit zu geben, mit dem Ring den Schicksalsberg zu erreichen.
„Gandalf hat sein Schicksal und das von Mittelerde nicht völlig in seiner Hand“, sagt McKellen. „Er muss die Bewohner von Mittelerde unterstützen, denn die müssen sich gegen die gewaltigen Veränderungen wappnen, die Sauron entfesseln wird, falls er alle Macht in seiner Hand vereinen kann.“
Arwen, Aragorn, Eowyn und das Schicksal von Rohan
In Bruchtal müssen sich auch Arwen (Liv Tyler), Elrond (Hugo Weaving) und die Elben mit Veränderungen auseinandersetzen. „Es ist eine Zeit der Trauer, des Abschieds für die Elben“, sagt Weaving. „Denn sie wissen, dass ihre Zeit auf dieser Erde zu Ende geht – sie müssen den aufstrebenden Menschen weichen.“
Arwen will unbedingt in Mittelerde bleiben und ist bereit, dafür ihre Unsterblichkeit zu opfern. „Sterblichkeit oder Unsterblichkeit – das ist hier die Frage“, sagt Liv Tyler, die wieder die Arwen spielt. „Das ist die Hürde, die zwischen Arwens und Aragorns Glück steht. Doch sie können nicht voneinander lassen.“
Weit entfernt von Bruchtal lernt Aragorn Eowyn (Miranda Otto) kennen, die blonde Nichte des Königs Theoden von Rohan. „In ,Der Herr der Ringe‘ kommen nur wenige Frauen vor“, sagt die australische Schauspielerin Miranda Otto, die in „Die zwei Türme“ ihr Trilogie-Debüt gibt. „Mit Eowyn lernen wir erstmals eine echt menschliche Frau kennen. Denn Galadriel und Arwen aus dem ersten Film sind beides Elbinnen. Doch im zweiten Film erleben wir die Menschenwelt.“
Eowyns Eltern sind den Orks zum Opfer gefallen, und so sind Eowyn und ihr Bruder Eomer wie Cousin Theodred an König Theodens Hof aufgewachsen. „Im Buch wird Eowyn als Königstochter beschrieben“, erklärt Otto. „In Rohan herrschen schwierige Zeiten: Eoywn muss miterleben, wie das Königshaus verfällt – der Niedergang eines großen Geschlechts. Sie will Theoden dazu bringen, die Initiative zu ergreifen, aber sie kann nichts ausrichten.“
Als Aragorn in Edoras, der oben auf einem Berggipfel gelegenen Hauptstadt Rohans, auftaucht, wagt Eowyn wieder zu hoffen, dass ihr Land eine Chance hat, gegen Sarumans Legionen zu bestehen. „Eowyn verhält sich äußerst tapfer“, sagt Produzent Barrie Osborne. „Sie ist sehr stark, und man spürt, wie leidenschaftlich sie an Aragorn glaubt.“
Auch Aragorn fühlt eine intensive Seelenverwandtschaft mit Eowyn, doch sein Herz kehrt immer wieder nach Bruchtal zurück, wo er den Pakt mit Arwen geschlossen hat.
Als die Uruk vorrücken und das Volk von Rohan in Helms Klamm Schutz suchen muss, brennt Eowyn darauf, in den Kampf zu ziehen. „Wenn in normalen Mythen und Legenden junge Mädchen vorkommen, sind sie meist vom Typ Dornröschen oder Aschenputtel“, kommentiert Otto. „In all diesen Geschichten geht es um Frauen in Schwierigkeiten, die dann von Männern gerettet werden. Auch Eowyn hat riesige Probleme, doch sie muss persönlich ihre ganze Kraft einsetzen – oder alles verlieren. Da steht zwar dieser erstaunliche Mensch Aragorn vor ihr, der all das zu verheißen scheint, was sie sich wünscht. Und doch spürt sie, dass sie allein in sich selbst jene Kräfte mobilisieren muss, die ihrem Volk zur Rettung verhelfen können.“
Die Hobbits – verirrt im Wald von Fangorn
Am Ende des ersten Films der Trilogie werden Merry (Dominic Monaghan) und Pippin (Billy Boyd) zwar von den Uruk-hai gefangen genommen, aber ihr Verstand lässt sich nicht in Fesseln legen, und so können sie sich aus eigener Kraft befreien. „Die Uruk-hai wirken äußerlich furchterregend“, sagt Dominic Monaghan, der Darsteller des Merry (Meriadoc Brandybock). „Und sie kennen weder Schmerz, Angst noch Schuldgefühle. Daraus ergibt sich ihre Schwäche, denn in der Gruppe liegen sie ständig im Streit, weil sie sich in ihrem Gefühl der Unüberwindlichkeit überhaupt nicht unterscheiden. Merry und Pippin begreifen diesen Umstand sehr schnell und wissen ihn zu ihrem Vorteil zu nutzen.
Nach ihrer Flucht geraten die beiden Hobbits in den Wald von Fangorn, der angeblich verwunschen ist. „Der Wald lebt“, kommentiert Monoghan. „Er wird vom Geist der Urzeit geprägt, die alles dort bestimmt. Dadurch ist er über so viele Jahre bewahrt worden. Und er steckt voller Geheimnisse.“
Die Legende berichtet, dass in Fangorn gewaltige uralte Bäume nicht nur sprechen, sondern auch gehen können. Die Hobbits können das bestätigen, als sie sich mit dem ältesten von allen anfreunden: Baumbart. Baumbart gehört zu den Filmfiguren, die von WETA Digital komplett im Computer erschaffen wurden. John Rhys-Davies, der den Zwerg Gimli auf der Leinwand spielt, leiht auch dem uralten Baumriesen seine charakteristische Stimme.
Wie sich Baumbart, Merry und Pippin gegenseitig beeinflussen, ist höchst interessant“, stellt Rhys-Davies fest. „Ich glaube kaum, dass Baumbart etwas von Bedeutung zustande gebracht hätte, wenn die beiden nicht bei ihm aufgetaucht wären. Er brauchte diesen Anstoß. Aber ich glaube auch nicht, dass Merry und Pippin ihr Weltbild erweitert hätten, ohne von Baumbart die Weisheit zu erfahren: ,Vorerst beherrscht das Böse die Welt. Doch der Tag wird kommen, an dem das Gute zurückkehrt und die Weltherrschaft wieder übernimmt.‘ Es tut den Hobbits gut, das zu hören.“
König Theoden und die Schlacht in Helms Klamm
10.000 Uruk-hai fallen in Rohan ein, und König Theoden wird rechtzeitig von seinem Bann erlöst, als Gandalf Schlangenzunges Verrat am Königreich aufdeckt. Theoden beschließt, sein Volk in Helms Klamm in Sicherheit zu bringen. „In der engen Felsenschlucht befindet sich eine riesige steinerne Festung“, sagt Regisseur Jackson. „Sie dient keinem strategischen Zweck, sondern sie ist eine Fluchtburg. Dorthin ziehen sich die Menschen von Rohan in Kriegszeiten zurück. Doch diesmal wollen die Uruk-hai unter Sarumans Führung jeden Mann, jede Frau und jedes Kind in Rohan töten. Also belagern sie die Festung in Helms Klamm mit einer gewaltigen Armee.“
Theoden zeigt Aragorn die Festung, „aber er weiß selbst genau, dass sie mit den wenigen Verteidigern nicht zu halten ist“, erzählt Bernard Hill, der in „Die zwei Türme“ erstmals als König Theoden zu sehen ist. „Doch in den alten Zeiten haben sich die Menschen hier in Sicherheit gebracht. Kein Feind hat je den Klammwall überwunden. Niemand ist je in die Hornburg eingedrungen. Aber dann erfährt er, dass 10.000 Uruk-hai gegen ihn vorrücken – solch eine Zahl kann er sich überhaupt nicht vorstellen. Niemand hat eine Ahnung von diesen Ausmaßen außer Aragorn, der dieses Heer schon erlebt und bekämpft hat – er weiß, welch ungeheure Macht es darstellt.“
Falls Rohan diese Schlacht überstehen sollte, läge es in Aragorns Hand, die beiden Menschenreiche Rohan und Gondor zu vereinen, um den Schurken mit dieser Allianz die Stirn zu bieten und die Unterwerfung und Zerstörung von Mittelerde zu verhindern. „In diesem Moment muss Aragorn entscheiden, ob er sich endlich seinem Schicksal stellt und König der Menschen wird“, sagt Jackson. „Denn die Zeit ist gekommen, in der die Menschheit ihren König braucht.“
„Aragorn übernimmt ebenso wie die anderen Gefährten größere Verantwortung“, sagt Viggo Mortensen, der in „Die zwei Türme“ wieder den Aragorn spielt. „Er begreift, dass er jetzt endlich Boromirs Erwartungen entsprechen muss. Aber auch Elrond, der wie ein Vater zu ihm war, und Arwen erwarten das von ihm. Vor allem spürt er in sich selbst, dass dies sein Schicksal ist.“
Obwohl Aragorns Erfolg oder Misserfolg noch in den Sternen steht, stellt er sich wie die anderen Gefährten entschlossen seiner Aufgabe. „Sie alle sind bereit, gemeinsam für die Sache einzutreten“, sagt Mortensen. „Keiner von ihnen ist der eine herausragende Held. Sie bilden eine Gemeinschaft von Männern, die insgeheim ihre Zweifel haben und diese überwinden müssen. Vielleicht werden Sam und Frodo den Schicksalsberg nie erreichen. Vielleicht wird Gandalf an seiner Aufgabe scheitern. Vielleicht werden Merry und Pippin ihre gefährliche Situation nicht überleben. Alle müssen sie für das Wohl der Gruppe Opfer bringen.“
Im abschließenden Teil von „Die zwei Türme“ erleben wir, wie Aragorn Rohan verteidigt und sich gegen die bösen Mächte in Sarumans Heer heldenhaft zur Wehr setzt. Frodo und Sam müssen sich mit Gollum arrangieren, aber auch mit Spitzeln des Dunklen Herrschers Sauron, und überraschend werden sie von menschlichen Waldläufern aus Gondor gefangen genommen. Ihr Anführer Faramir (David Wenham) hat den strikten Befehl, die Ringträger nach Gondor zu bringen, wo sein Vater sich den Ring aneignen und zur Verteidigung seines Volkes einsetzen will. Irgendwie muss Frodo Faramir also davon überzeugen, dass die Verwendung des Rings den sicheren Untergang von Gondor bedeuten würde – Sauron wäre der eindeutige Sieger.
Doch nicht nur äußere Gefahren bedrohen die Gefährten, sie müssen sich auch mit Streitereien untereinander herumschlagen und leiden selbst unter der korrumpierenden Kraft des Einen Rings. Was die Zukunft bringt, ist unmittelbar und untrennbar mit dem Schicksal der Gefährten verbunden.