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| Paul Haggis im Gespräch mit Loretta Stern |
In ihrer 17. Auflage zeigt die Cologne Conference vom 26. September bis 2. Oktober 2007 Fachbesuchern und dem interessierten Publikum das Beste der internationalen Fernsehproduktion. Im Rahmen der Veranstaltung stellte sich am Freitag, 28. September, der amerikanische Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Paul Haggis den Fragen der deutschen Schauspielerin Loretta Stern und den Zuschauern.
Haggis hat nicht nur Erfahrungen im TV-Business, sondern erhielt für seinen Film „L.A. Crash“ sogar einen Oscar und eine Nominierung für „Million Dollar Baby“. Auch für die TV-Serie „thirtysomething“ erhielt er u.a. zwei Emmy- und eine Golden Globe-Nominierung für seine Mitarbeit. Des Weiteren war er für die Entstehung der Erfolgsserie „Walker, Texas Ranger“ mitverantwortlich.
Haggis erzählte, dass er beim Schreiben des Skripts nicht daran denkt, was die Zuschauer wollen oder erwarten, sondern an sich selbst und die Dinge, die ihn interessieren. Seiner Meinung nach ist es ein Fehler sich Gedanken darüber zu machen, was andere sehen möchten, da es dann sowieso schief geht. Deshalb gäbe es so viele schlechte Filme.
Doch auch er musste einige Rückschläge einstecken. Die Serie „EZ Streets“ bei dem US-Sender CBS kam zwar bei den Kritikern gut an, wurde jedoch wegen zu schlechten Einschaltquoten nach zehn Folgen wieder eingestellt. Nach einigen Flops in der TV-Welt, wandte er sich der Filmlandschaft zu: das Drehbuch zu „Million Dollar Baby“ entstand. Bei der ersten Fassung drehte sich noch alles um einen irischen Kampftrainer. Diesen Part sollte auf Wünschen seines Partners Arnold Schwarzenegger übernehmen. Das konnte sich Haggis nicht vorstellen, da dieser seiner Meinung nach nicht zu den besten Schauspielern gehört. Vier Jahre lang dauerte es, bis der richtige Cast mit Hilary Swank, Morgan Freeman und Clint Eastwood endlich gefunden wurde.
Clint Eastwood hatte auch Interesse daran, nicht nur den Part des Boxtrainers Frankie Dunn zu spielen, sondern auch Regie zu führen. Eigentlich wollte Haggis dies selbst übernehmen, gab aber letztendlich nach. Bei den ersten Gesprächen war sogar Erfolgsproduzent Steven Spielberg mit an Bord. Darüber war Haggis so fasziniert, dass er ein Diktiergerät mitnahm, damit er dieses Gespräch als "Beweis" seinen Freunden und Bekannten vorlegen konnte. Schon bei der ersten Drehbuchfassung waren die Beiden direkt einverstanden und Eastwood verfilmte dieses.
Als er in seinem Auto überfallen wurde, bekam Haggis die Idee zu seinem nächsten Film „L.A. Crash“. Doch auch wenn die Dialoge sehr hart waren, wollte er die Realität widerspiegeln – ob dies den Zuschauern gefällt oder nicht. Und er hatte Glück: nicht nur die Kritiker liebten den Film, sondern auch das Publikum. Aber er fügte noch scherzhaft zu, dass er sich nicht verändert habe, er sei noch genau das gleiche „Arschloch“ wie früher – auch nach dem Erfolg und dem Gewinn des Oscars.
„The Black Donnellys“ war seine erste TV-Serie nach den beiden Filmen. Zehn Jahre wartete er darauf diese Serie auf den Bildschirm zu bringen. Er habe das Skript schon immer geliebt und nun endlich die Gelegenheit gehabt es dem Sender ABC auszuhändigen. Obwohl Haggis nichts anders gemacht hat als in der Vergangenheit, wurde die Serie direkt genommen. Trotzdem sei seiner Meinung nach die Entwicklung einer TV-Serie um einiges schwieriger als bei einem Film. Bei TV-Serien muss man immer weitermachen, sich Episode für Episode neue, interessante Geschichten einfallen lassen und somit die Qualität halten.
Er weiß, dass er nicht aufhören wird zu schreiben, da er besser und besser wird. 60 % seiner Arbeit ist gut, 40 % schlecht. Es haben nun einige Unternehmen angefragt, ob er sich vorstellen könne selbst Regie zu führen – wie z.b. bei „James Bond Casino Royale“, bei welchem er auch das Skript überarbeitete. Doch daran hat er kein Interesse, da dies zwei bis drei Jahre seines Lebens verschlingen würde. So etwas kann er sich nur vorstellen bei einem Film, der ihm am Herzen liegt.
Zurzeit liest Paul Haggis verschiedene Bücher und hat viele neue Ideen im Kopf, die er gerne schreiben und ausprobieren möchte. Als Nächstes könnte er sich z.B. einen romantischen Film vorstellen. Er habe auch einige Ideen für TV-Serien, aber da er bis jetzt oft gescheitert ist, wolle er sich nun lieber voll und ganz auf die Filmbranche konzentrieren.
| Verfasst am 29.09.2007 um 13:45:00 Uhr von Sabrina Brixius | ![]() |
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