| Donnerstag | 31. Mai 2012 | 22:49 Uhr | |
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| Gesprächsrunde zu Serienstrategien |
Über Serienstrategien für den deutschen TV-Markt unterhielten sich am Freitag, 28. September, im Rahmen der „Cologne Conference“ Rola Bauer (Geschäftsführerin Tandem Communication), Barbara Thielen (Leiterin Fiction RTL), Hansjörg Füting (Geschäftsführerin neue deutsche Filmgesellschaft), Hermann Joha (Geschäftsführer action concept), Christian Popp (Vorsitzender der Geschäftsleitung Producers at work) und David Safier (Autor für u.a. „Berlin Berlin“).
Barbara Thielen ist der Meinung, dass sich deutsche Serien endlich neben den Amerikanischen behaupten müssen. Zurzeit hat der Sender RTL zwar keinen großen Bedarf an neuen Serien, da viele US-Serien nun verlängert wurden, aber man braucht natürlich auch Eigenproduktionen, um ein eigenes Gesicht zu bekommen. Die Tipps, die Lee Goldberg auf der „Cologne Conference“ gegeben hat (Cinefeacts berichtete), fand sie nicht gerade originell. Jedem Sender und Produzenten seien diese Tatsachen schon bewusst. Die Zuschauer akzeptieren aber amerikanische Serien viel schneller als Deutsche. Die Frage ist nur: Warum finden wir in Deutschland keine Themen, die die Zuschauer dauerhaft interessieren? RTL produziert zurzeit eigene Formate. Drei davon werden im Herbst 2008 im Rahmen eines Serienabends auf der Mattscheibe zu sehen sein.
David Safier ist nicht neidisch auf seine Kollegen aus Amerika. Er hat schon oft beobachtet, wie die Drehbuchautoren dort arbeiten. Der Job ist sehr anstrengend, den nur große Persönlichkeiten wirklich aushalten. Er selbst würde sich so einen 24-h-Job nicht zutrauen. Außerdem sollte es endlich ein Umdenken geben, damit die Autoren mehr Macht erhalten.
Hermann Joha: In den USA gibt es den "Writer’s Room", bei welchem ein fester Stab von Drehbuchautoren an einer Serie arbeitet, um Konstanz, d.h. eine rote Linie, in die Serie zu bringen. In Deutschland besteht ein anderes Produktionssystem. Bisher ist ein "Writer's Room" hier nicht ohne Weiteres möglich. Doch man sollte schon für junge Autoren dieses System einführen. Außerdem sollten z.B. zwei erfahrene Autoren mit Nachwuchstalenten vermischt werden, damit man sich aus beiden Welten bedienen kann.
Rola Bauer ist der Meinung, dass es sehr kompliziert ist in Deutschland „Writer’s Rooms“ einzuführen, da einfach niemand dafür ausgebildet ist. Drehbuchautoren aus Amerika verdienen auch weniger, als die in Deutschland. Ein amerikanischer Autor gibt sein Leben beinahe komplett auf. In Deutschland ist das nicht der Fall. Es bringt jedoch nichts, immer nur ausländische Serien einzukaufen. Das ist zwar billiger als eigene Formate zu entwickeln, aber es ist nicht der richtige Weg.
Christian Popp sieht das Thema etwas optimistischer. Telenovelas wurden erfolgreich in Deutschland eingeführt. Seiner Meinung nach haben wir gute Serien und kein schlechtes Fernsehen in Deutschland. Momentan gibt es eben die Phase, in der es schwer ist gute Prime-Time- Serien zu entwickeln. Doch der Erfolg wird bald wieder kommen, da ist er sich sicher. Nur sei es heutzutage auch schwieriger geworden die 14-bis 49-jährigen zu unterhalten.
Bei Sitcoms und täglichen Serien gäbe es außerdem auch schon in Deutschland „Writer’s Rooms“. Wir haben auch hierzulande genug gute Autoren, aber die muss man erst einmal entdecken. In Amerika werden 100te Piloten jedes Jahr entwickelt, am Schluss bleiben dann vielleicht zwei übrig, die zu uns nach Deutschland kommen. Bei uns wiederum sieht es komplett anders aus.
Hansjörg Füting findet, dass Deutschland mutiger wird in Zeiten, in denen viele amerikanische Serien eingekauft werden. Das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit von einzelnen Autoren ist in Amerika so hoch, dass eine Serie direkt abgekauft wird, obwohl kein einziges Bild vorgestellt wurde.
Wenn man in der Vorbereitung versucht auf die ganze Palette der Zuschauerinteressen einzugehen, wird die Serie keinen Erfolg haben. Je mehr man einer Person das Vertrauen schenkt, seine Ideen in einem Guss zu entwickeln, umso besser würden diese wohl beim Zuschauer ankommen.
| Verfasst am 30.09.2007 um 11:30:00 Uhr von Sabrina Brixius | ![]() |
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